200 Jahre Nordrhein-Westfälisches Landgestüt Warendorf Teil I
Shownotes
Das Nordrhein-Westfälische Landgestüt in Warendorf ist weit mehr als eine historische Anlage. Seit 200 Jahren prägen hier Pferde, Menschen und Geschichten die westfälische Pferdekultur. 1826 wurde es als Preußisch-Rheinisch-Westphälisches Landgestüt auf Wunsch der Züchter der Regionen gegründet. Heute ist es mit rund 65 Mitarbeiter*innen und 22 Ausbildungsplätzen eines der größten staatlichen Gestüte in Europa. Es steht im Dienste der deutschen Pferdezucht, ist Bewahrer der klassischen Reitlehre und stellt hochwertige Vererber für die Pferdezucht zur Verfügung.
Britta Knaup spricht mit dem Leiter des Landgestüts Dr. Felix Austermann und dem 1. Hauptsattelmeister Thorsten Kneuper über die 200-jährige Geschichte und Entwicklung dieser Traditionseinrichtung, welche Bedeutung das Landgestüt auch heute noch hat, wie sich diese Bedeutung aber auch im Laufe der Jahre verändert hat, wie der Arbeitsalltag der Mitarbeiter früher war und sich dieser an die heutige Zeit angepasst hat. Wir sprechen aber auch über Pferde und Menschen, die das NRW Landgestüt in den vergangenen 200 Jahren besonders geprägt haben und über die ganz persönlichen Erlebnisse meiner beiden Gesprächspartner während ihrer Arbeit auf dem Nordrhein Westfälischen Landgestüt.
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00:00:01: Westfalenpferde,
00:00:02: der
00:00:03: Podcast rund um die westfälische Pferdezucht.
00:00:07: Das Westfälisch-Pferdestammbuch steht seit hundertzwanzig Jahren für Erfolg und Erfahrung.
00:00:12: Es
00:00:12: führt das Zuchtbuch
00:00:13: für renommierte Reibpferden und zuverlässige Freizeitpartner Aber auch Reibpronys, Kaltblüter und viele weitere Rassen gehören dazu.
00:00:22: In diesem Podcast geht es um die Arbeit des westfällischen Pferdestammbuchs.
00:00:26: Wer gehört zum Team?
00:00:28: Wie zücht ich mein erstes eigenes Fohlen?
00:00:30: Was passiert rund um eine Auktion?
00:00:34: Folge neunundsechzig.
00:00:36: Zweihundert Jahre Nordrhein-Westfälische Pferdekultur, das Landgestüt Warendorf feiert Geburtstag mit Dr.
00:00:42: Felix Austermann und Thorsten Kneuper.
00:00:45: Das nordrheinwestfälisch landgestüt in Warendorff ist weit mehr als ein historischer Anlage.
00:00:50: Seit nunmehr zweihundert Jahren prägen hier Pferde Menschen und Geschichten die nordrheinwestfädische Pärdekultur.
00:00:59: wurde es als preußisch-reinischwestfälisches Landgestüt auf Wunsch der Züchter der Regionen gegründet.
00:01:05: Heute ist es mit rund sixty fünf Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen und zweiundzwanzig Ausbildungsplätzen eines der größten staatlichen Gestüte in ganz Europa.
00:01:14: Es steht im Dienste den Deutschen Pferdezucht, ist Bewahrer der klassischen Reitlehre und stellt hochwertige Verehrber für die Pferdezucht bereit.
00:01:23: Mein Name ist Britta Knaub und ich spreche heute mit dem Leiter des Landesgestütes Dr.
00:01:28: Felix Austermann und dem ersten Hauptsattelmeister Thorsten Kneuper über die zweihundertjährige Geschichte und Entwicklung dieser Traditionseinrichtung.
00:01:37: Welche Bedeutung das Landgestüt auch heute noch hat, wie sich diese Bedeitung aber auch im Laufe der Jahre verändert hat?
00:01:43: Wie der Arbeitsalltag der Mitarbeiter früher war und sich dieser dann an die heutige Zeit angepasst hat?
00:01:50: Wir sprechen aber auch über Pferde-und Menschen, die das Nordrhein-Westfädische Landgestüd in den vergangenen zweihundert Jahren besonders geprägt haben – Über die ganz persönlichen Erlebnisse meiner beiden Gesprächspartner wären ihre Arbeit am Nordrhein-Westfälischen
00:02:06: Landgestüt.
00:02:09: Herzlich willkommen, Dr.
00:02:10: Felix Ausdermann und Thorsten Kneuper!
00:02:14: Ja hallo zusammen.
00:02:15: Hallo wir freuen uns hier sein zu dürfen.
00:02:17: Ja schön dass ihr hier seid.
00:02:18: Wir wollen heute einmal über das nordrhein westfälische landgestüt in Warndorf reden wo ihr beide beschäftigt seid.
00:02:25: Und dieses Jahr, das Jahr ist der ein ganz besonderes Jahr für euch und das Landgestüt.
00:02:30: Denn ihr feiert das zweihundertjährige Bestehen dieser Traditionseinrichtung!
00:02:35: Ich würde sagen, dass Nordrhein-Westfälische Landgestüte in Warendorf – das ist ja schon ein ganz Besonderer Ort.
00:02:40: Was macht Ihnen denn so besonders?
00:02:42: Und was ist für Euch das Besondere an dieser
00:02:44: Institution?".
00:02:46: Thorsten Möhl zu anfangen.
00:02:49: Ja ich würde sagen das Land Gestüt ist eigentlich ein ganz besonderer Ort ein sehr familiäres Arbeitsumfeld und lange Tradition, sehr viele Veranstaltungen, Zuchthistorie.
00:03:09: Also ich glaube auch was das Land gestürt über wahrscheinlich die Garten und der jetzt ja auch zwei Jahrhunderte ausmacht wie ich das so ergänzen darf ist über Generationen die Leidenschaft rund ums Thema fährt und der Bezug zum Thema fert dass das über Generationen auch so gelebt wird.
00:03:25: Ich glaube, wenn man in dieser Institution arbeitet oder auch in dieser Branche arbeitet dann macht man das einfach weil man Bezug zum Pferd hat und sich einfach dem Lebewesen fährt oder auf den Pferdesport der Pferde-Zucht einfach verbunden fühlt.
00:03:38: Und das ist, glaube ich, was bei uns gelebt wirt und was auch tiefe in der DNA unserer Institution auch so verortet ist oder manifestiert ist wie auch immer man das sagen möchte.
00:03:48: Auch persönlich hat man ja dann als Mitarbeiter schon eine Verbindung zu so einer wichtigen Einrichtung hier bei uns in Nordrhein-Westfalen.
00:03:54: Was ist für euch denn das Schöne dort zu arbeiten?
00:03:59: In dem Beruf des Pferdewirtes, wie Felix gerade schon sagte, arbeitet man nicht um einen Beruf zu haben sondern man hat ja sozusagen also es geht fast nicht anders sein Hobby zum Beruf gemacht weil den Beruf ergreift keiner der nicht vorher schon mit Pferden zusammengearbeitet hat oder von zu Hause aus Pferde hatte.
00:04:20: Und wenn man sein Hobby zum Beruf macht, ist es mehr als ein Beruf dann ist das natürlich eine Berufung und man lebt rundherum dafür und geht nicht abends nach Hause und schaltet den Kopf ab.
00:04:30: Das ist schon anders als bei vielen anderen Berufen.
00:04:34: Ja das kann ich glaube auch bestätigen.
00:04:36: also ich glaube ich auch bei uns im Betrieb egal in welchem Kontext all diejenigen die bei unseren Betriebs sind machen das ja genau vor diesem Hintergrund Zug zum Thema Pferd und mit der Leidenschaft.
00:04:47: Ohne die kann man das glaube ich nicht machen?
00:04:50: Ja, das ist auf jeden Fall so ein besonderer Beruf an einem besonderen Ort bei euch in Warendorf.
00:04:58: Ihr arbeitet dort beide schon einige Jahre Torsten vor allem du schon deutlich länger auch als Felix.
00:05:04: wenn ihr jetzt mal die Augen schließt könnt ihr euch noch an euren ersten Tag am Nordrhein-Westfälischen Landgeschütte erinnern was da prägend für eure weitere Arbeit an dem Ort war.
00:05:14: Für mich war auf jeden Fall sehr beeindruckend, das erste Mal aufs Land gestübt raufzufahren.
00:05:19: Aufs Rondeel es war im August vierundachtzig zum Vorstellungsgespräch.
00:05:24: die Wände waren mit grünem Wein Beseelt und die Rosenblüten, also das ist schon ganz besondere Eindruck wenn man darauf kommt bei gutem Wetter im Sommer.
00:05:35: Das Gestüt wirkt natürlich erst sehr groß es ist ja auch aber wenn man natürlich eine Weile da lebt werden die Wege kürzer kennt man alle Ecken Ist aber so ein sehr schöner besonderer Ort in mitten der gewachsenen Stadt Warndorf.
00:05:53: Ja, ich musste gerade so ein bisschen schmunzeln.
00:05:56: Wenn Thorsten sagt, dass er im jahre Vierundachtzig das erste Mal auf den Betrieb gekommen ist... Ich bin dreieinachtzig geboren da war ich also ein Jahr alt und Ich darf an dieser Stelle auch sagen, weil du ja auch gefragt hast der erste Tag oder die ersten Eindrücke.
00:06:14: Was vielleicht der ein oder andere gar nicht weiß... ich hatte meinen ersten Arbeitstag nicht im Jahre zweiundzwanzig im Land gestützt sondern es muss über zwanzig Jahre her sein.
00:06:22: da habe ich mal einen Schülerpraktikum im Landgestüt gemacht und war da zwei Wochen und war damals an einer deutschen Reitschule eingesetzt Als Praktikant und musste dann da beim Stroh- und Heubbergen helfen, musste ich Stroh packen auf den Strohböden.
00:06:39: Und durfte mit Füttern auch ein bisschen reiten usw.. Also das waren so die ersten Kontaktpunkte tatsächlich im Arbeitskontext.
00:06:47: Vielleicht sogar im originären Arbeitskondekt damals hier im Land gestüht.
00:06:53: Das vielleicht als ganz ersten Eindrücke!
00:06:56: Konntest du dir damals schon vorstellen oder hast du vielleicht da schon mal dran gedacht, dass du mal Leiter dieser Institution
00:07:01: werden willst?
00:07:03: Klar!
00:07:04: Nee tatsächlich nicht.
00:07:05: Ich weiß noch, dass mein Vater mich damals mit Auto dann aufs Gestüt brachte und das der damalige Hauptsattelmeister Thuns Feuerborn um die Ecke kamen und meinen Vater mich sehr auffordern anguckte Kofferraum zeichte und mein Vater für mich war da, der den Koffererum aufmachte.
00:07:24: Und dann Tönsfeuerborn uns anguckt und sagt, warum habt ihr denn jetzt keinen Ball in Heu dabei?
00:07:28: Vater ich bring meinen Sohn!
00:07:32: Damalige Hauptatomeister Tönz Feuerborn wohl nur kurze Qualitätskontrolle des Holz was dann später angeliefert werden sollte durchführte.
00:07:41: also das waren so die ersten Eindrücke von ganz damals.
00:07:45: Ja, das ist schon eine ganze Weile her.
00:07:47: nun eure ersten Eindrücke vom Landgestüt.
00:07:49: Noch länger her ist aber die Gründung zweihundert Jahre.
00:07:52: Das ist ja eine lange Zeit wo sich da viel verändert.
00:07:55: Damals im Jahr eighteen sechsundzwanzig wurde es als preußisch reinisch westfälisches landgestüt gegründet auf Wunsch der Züchter aus Westphalen und der Rheinprovinz.
00:08:05: Wenn ihr jetzt mal daran zurückdenkt oder überlegt, wie das damals im Jahr eighteenundzechsundzwanzig war.
00:08:11: Was waren denn zum einen die Beweggründe für die Gründung des Landes stütz und dann auch die ursprünglichen Ziele und Aufgaben des Landes gestützt?
00:08:18: Die uns vielleicht heute gar nicht mehr so ganz bewusst sind
00:08:22: wenn ich soll euch anfangen Ich glaube grundsätzlich damals die Beweggründe, dass das Pferd ja noch viel mehr mitten in der Gesellschaft war.
00:08:31: Man brauchte also gute Pferde und qualitätvolle Pferden für die Landwirtschaft, für den Transport, für die Kavalerie... Ja!
00:08:40: Und damals muss man sagen, war die Qualität der Pferdesucht hierzulande nicht von solch hoher Güte.
00:08:49: Die damaligen Landwirte sind aus der preußischen Gestützverwaltung hervorgegangen.
00:08:54: Ja, forderten also gute Hängste um natürlich das Material hier vor Ort entsprechend anzupassen so dass für Arbeitspferde und Reitpferden und Kavalerie und all die Aufgaben die es damals für die Pferde noch gab geeignete Pferdesüchten zu können weil das ja auch ein Markt war.
00:09:10: sicherlich war es das eine und das andere Das Land gestütet als solches natürlich auch damit in gewisser Weise eine Wirtschaftsförderung war.
00:09:19: Auch im Übrigen heute noch vielleicht ein bisschen anders gelagert, aber immer noch ist und das war am Ende eine Strukturförderungsmaßnahme die ergriffen wurde dann mit in der hiesigen Region also in der nördlichen Rhein-Provinz und den Westfalen eben ja die Wirtschaft florierte und was tatsächlich auch ganz interessant ist dass in der bräuchselischen Gestütverwaltung Gestüte immer an eher strukturschwachen Orten angesiedelt wurden.
00:09:48: Das ist vielleicht heute gar nicht mehr so nachvollziehbar und nicht mehr erkenntlich, aber gestüte wie Redefin oder auf Warendorf sind auf Sandstandorten beispielsweise etabliert worden und die Sandböden beispielsweise sind ja immer nicht unbedingt sehr ertrag.
00:10:04: Ertragsreich gewesen, zu damaligen Zeiten so dass es immer der Hintergrund war das man in diesen eher strukturschwachen Regionen dann entsprechende Institutionen ansiedelte um diese Region zu stärken auch wirtschaftlich landwirtschaftlich auch zu stärkten.
00:10:19: So als Beispiel als Hintergrund.
00:10:21: also ich könnte sicherlich noch weiter ausholen aber es war sicherlich der Beginn der systematischen Pferdezucht hierzulande.
00:10:29: Damit anhergehen natürlich gut, das war schon knappe hundert Jahre später.
00:10:34: Dann wurden dann ja die Verbände aktiv und dann auch systematisch aktiv so dass das dann noch programmatischer Einzug hielt, sodass hier wirklich dann die Stuten nach Studbüchern aufgeteilt wurden
00:10:47: usw.,
00:10:48: usw.
00:10:49: Nach Warmblut, nach Kaltblut usw.. Das gab sich tatsächlich erst hundert Jahren später.
00:10:54: Es gibt durchaus Schriftzüge- und Berichterstattungen von damaligen Beamten der preußischen Gestüt-Verwaltung, die sagten es gibt in Westfalen keine Pferde sondern nur Tiere, die so aussehen wie Pferden.
00:11:07: So das möchte ich jetzt nicht rezitieren und sicherlich auch gar nicht mit der heutigen Realität in Verbindung bringen.
00:11:12: aber vielleicht als Hintergrund dass ist schon notwendig war hier eine gewisse Systematik gerichtete Pferdezucht auch Einzug halten konnte und die Landwirte, die ja im Wesentlichen dafür verantwortlich waren, eben auch diese Zucht systematisch angehen konnten.
00:11:33: Das landgestüt wurde mit einigen entsandten Hengsten aus dem Hauptgestüt Raken.
00:11:42: Die sind tatsächlich in einer alte Kaserne innerhalb der damaligen Stadtmauern von Warendorf gezogen.
00:11:50: Der jetzige Standort des Landgestütes, da war Baubegene erst Ende des neunzehnten
00:11:54: Jahrhunderts.
00:11:55: Das heißt das wurde zu eng in der Stadt Warendorff und dann sind die ausgesiedelt worden und heute sind wir wieder mitten in der Stad.
00:12:04: Weil die Stadt sich drumherum geworfen
00:12:05: hat?
00:12:05: Ja genau!
00:12:08: Und wie hat sich das Ganze dann in den letzten zwei Hundert Jahren entwickelt?
00:12:11: welche Aufgaben sind dann noch geblieben und was hat sich auch maßgeblich geändert?
00:12:17: Also die Kernaufgabe ist ja nach wie vor die Bereitstellung von Hengsten für die hiesige Pferdezucht.
00:12:23: Natürlich warmen Blut, Kaltblut eben auch Pony.
00:12:26: das sind so aus meiner Sicht die bodenbürtigen Rassen oder die bodendständigen Rassens, die wir hier in Westfalen und im Rheinland haben und da sicherlich auch über die Landesgrenzen hinaus immer schon bekannt sind und waren.
00:12:39: Das ist also nach wie Vor unsere Aufgabe der wir uns auch widmen.
00:12:42: Dann natürlich die deutsche Reitschule wo wir einfach eine zentrale Aufgabe haben, die Abschlussprüfungen für Pferde-Werte-, Pferderwirtschaftsmeister aus dem kompletten Bundesgebiet malen mit Ausnahme von Bayern abzubilden.
00:12:59: Und das ist sicherlich für uns ein wichtiger Standbein.
00:13:02: dann mittlerweile natürlich auch die Veranstaltung.
00:13:04: Wir verstehen uns als Institution auch insofern, als dass wir einen niederschwelligen Zugang zum Thema Pferd, zu typologischen Themen bieten Und das sind unterschiedlichste Akkulöre, ich glaube insbesondere in diesem Jubiläumsjahr sehr augenscheinlich.
00:13:20: Also nicht nur die klassischen epologischen Veranstaltungen sondern eben auch kulturelle Veranstaltung von chinesischem Termin bis hin zu Lesung und Konzerten, den Hengsparad der Symphonie, die dieses Jahr wieder stattfindet usw.
00:13:36: Das ist mittlerweile auch ein wichtiger Standbein, eben auch das Thema Öffentlichkeitsarbeit und immer wieder die Möglichkeit zu bieten allen Menschen in der Bevölkerung einen Zugang zum Pferd, zum Thema Pferdezucht und zum Thema Ferdessport auch zu geben.
00:13:50: Ja du sagst es vorhin schon, Pferden wurden ja früher auch anders genutzt und anders gezüchtet als heute?
00:13:55: Wie sah denn die Pferdesucht damals aus?
00:13:57: Warum war es überhaupt wichtig dass das Landbeschäler gab und man das Ganze so ein bisschen in geordneten Strukturen abgehalten hat und dass man nicht einfach nur Pferda gezüchtete?
00:14:07: Wenn's jetzt mit Blick auf die Pherde, die wir vor zwanzig dreißig Jahren hatten, gab.
00:14:13: da möchte ich natürlich auch vielleicht einmal oder wäre es gut, wenn Thorsten davon noch etwas zu sagt weil das war ja auch vor meiner Zeit.
00:14:20: aber ich glaube der Schlag der Pferde oder die Pferdeschläge haben sich schon dahingehend verändert als dass sie heute in Richtung eines Sportpferdes gehen und damals natürlich noch viel derbere Schläge viel mehr Arbeitspferde.
00:14:34: Vielleicht würde man heute sagen eher schwere Warmblüter durchaus präsent waren Die Pferde heute viel sportlicher sind, vielleicht viel edler sind.
00:14:44: Aber ich glaube um es schon auch zu verdeutlichen damals wie heute haben wir natürlich die Kernaufgabe nicht nur bedrohte Rassen wie die Kaltblüter zu bewahren sondern eben auch Hengslinien zu bewaren auch nochmal das ein oder andere Vatertier im Bestand zu halten was züchtig interessant ist aber was jetzt keine hunderte an Stuten deckt aber schon auch eine genetische Reserve und auch genetisch hochinteressant und sich daraus auch immer wieder neue Linien entwickeln können.
00:15:10: Und ich darf das jetzt mal mit Blick auf die jetzige Pferdezucht auch sagen, was wäre die aktuelle Pferdezucht ohne Linien wie Romadur, Floristan oder eben aber auch Ehrentusch?
00:15:23: Ja da sind ja alles Linien oder Hängste, die bis heute nachwirken und aus Warndorf ihren Seegeszug angetreten haben.
00:15:32: Wenn man alleine über die letzten vierzig Jahre guckt, als ich am Landgestück angefangen hatte hatten wir noch vierzehn Vollblunt-Hängste.
00:15:40: Die haben alle ihre Stuken gedeckt.
00:15:42: Wer in der heutigen Zeit glaube ich gar nicht mehr möglich oder notwendig da die Stukengrundlage sich ja auch dementsprechend völlig verändert hat.
00:15:52: damals gab es schwere Arbeitspferde und unsere Hängste waren viel schwerer.
00:15:56: wenn man an Milan Rexfritz Also die passen vom Rasse Spektrum.
00:16:02: heute zu den schweren Barmblütern und das hat sich ja alles so gewandelt, dass man da so viel Bluteinsatz nicht mehr braucht.
00:16:10: Wir hatten als ich anfing sieben Kaltblut hängste.
00:16:13: Das war quasi der niedrigste Stand.
00:16:16: in den Fünfzigern sind ja mal mehrere Hundert Kalbblüter abgeschafft worden und inzwischen haben wir wieder dreiundzwanzig zur Erhaltung der Pferderrasse.
00:16:25: So entwickelt sich das alles immer weiter.
00:16:28: Meint ihr das?
00:16:29: sich die Pferde-Leute heute überhaupt noch vorstellen können.
00:16:33: Welche Bedeutung hängst du früher hatten für die Landwirtschaft und den Militär?
00:16:39: Wie muss man sich das vorstellen, wie wurde da gezielt gezüchtet um diese Wirtschaftsweige zu erhalten?
00:16:46: Also ich glaube dass alleine schon wenn man jetzt vielleicht mal auf das Leistungsprüfungssystem schaut was es ja vor zehn, zwanzig, dreißig Jahren gab und das ist immer ein ganz schöner Anzeiger was jeweils gerade von den Pferden verlangt wird.
00:17:02: Es gab damals ja noch diese Hundert-Tage-Teste beispielsweise, wenn man mal überlegt... Was damals den Hengsten da noch abverlangt wurde, die mussten natürlich eine Geländestrecke gehen ja und unter anderem auch in Warndorf als Hengs Leistungsbriefungsanstalt.
00:17:19: Die mussten Dresau-Unspringen gehen, die wurden auch noch angespannt, die kamen auch vor die Kutsche.
00:17:24: Wenn man jetzt ganz weit zurück geht beispielsweise im alten Hauptgestüt Dracén weiß so dass es ein wirklicher Härttetest war nur die härtesten Pferde am Ende im Hintergrund oder im Kontext der Cavallerie oder das Cavalliereinsatz ist dann auch wirklich nachher diese Prüfung beendeten und dann auch erst in die Zucht kamen.
00:17:42: So, das sind glaube ich einfach Aspekte, die muss man auch immer im Kontext der jeweiligen Zeit- und des jeweiligem Nutzungsanspruch sehen... als Idee dazu, dass die Pferde sich natürlich auch angepasst haben oder angepaszt wurden mit den jeweiligen Zuchtzielen.
00:17:59: Ich glaube aber das diese vielseitige Prüfung wie sie damals vor zwanzig dreißig Jahren gang und gäbe war wahrscheinlich heute mit der Spezialisierung so überhaupt nicht mehr übereingehen würden.
00:18:11: Ich glaube, dass vielleicht manch ein Hengs-Leistungsbriefensieger von damals heute gar kein Leistungssprüfungsrieger mehr wurde aber trotzdem zichterisch Gutes bewirkt hat und am Ende auch gute für den breiten Sport in Amateursport und Spitzensport dann gute Pferde gebracht hat.
00:18:25: Und anders als noch aktuell ist es ja immer damals eine gute Sitte gewesen.
00:18:30: das Sieger hängste immer beide Disziplinen in sich vereinen mussten, also wohl springen als auch Dressur Veranlagungen mitbringen mussten.
00:18:39: Das kann man jetzt hoch und runter diskutieren aber es hatte natürlich noch einen anderen Hintergrund und kam eben auch aus diesem eher Kavalerie bezogene Denkweise.
00:18:51: oder der Zog das man sagt ein gutes Pferd im züchterischen Kontext muss alles können.
00:18:57: Oder auch in der Landwirtschaft früher auf den Höfen Jeder Hof brauchte ja seine Arbeitspferd.
00:19:03: Im Zweifel war das das Pferd, wo der Bauersjunge Sonntags dann trotzdem noch ein M-Spring mitgeritten hat.
00:19:09: Also die waren schon vielleicht nicht so spezialisiert wie heute, vielleicht gingen die nicht alle große Preise aber die waren vielleicht breiter aufgestellt von ihrem Können und dem Ausbildungsstand also breiter.
00:19:23: Und wenn wir uns jetzt nochmal die ganzen zweihundert Jahre des Landgestücks angucken, diese zweihunderte Pferdezucht.
00:19:30: Was würdet ihr sagen?
00:19:31: Ist da geschichtlich und historisch passiert?
00:19:33: Wo waren die Zeiten der größten Umbrüche in der Pferdezucht in den letzten zwei Hundert Jahren?
00:19:38: Und warum?
00:19:41: Also ein Riesenumbruch war mit Sicherheit fünftiger-sechzigerjahre.
00:19:46: ich habe ja vorhin gesagt Ältere Kollegen haben hier Berichte, da standen über drei Hengste im Land gestüt in Warndorf.
00:19:53: In unseren heute hundertfünfzig Boxen sag ich mal also in jeder Box standen zwei in Ständerhaltung und mit der Einfuhr von Treckern oder sind natürlich die Kaltblüter weniger geworden und wurden dann halt auch abgeschafft.
00:20:12: das war bestimmt ein sehr großer Einschnitt vom Arbeitspferd zum in den Sechziger-Siebzehrjahren mehr Sport fährt.
00:20:21: Wir haben es ja von schon angesprochen, also dieser originäre kentaurische Pakt der so diese Verbindung zwischen Mensch und Pferd beschreibt und dass der Mensch wahrscheinlich überhaupt nie in seiner Entwicklung soweit gekommen wäre, wäre das Pferdd nicht gewesen allein schon in der Besiedlung des Planetens.
00:20:37: wenn man das jetzt mal so ganz weit entfernte Zeitpunkte zurückbringt ist es natürlich so wir die Industrialisierung als Knackpunkt gehabt haben und natürlich danach eine große Bewegung wieder aufkam, dass das Pferd muss bleiben diese damalige Bewegungen.
00:20:55: Und das ist ja auch gut gelungen.
00:20:57: gerade vor gut hundert Jahren beispielsweise unglaublich viele Vereineverbände aus dem Boden gespritzt sind so.
00:21:05: das war sicherlich ein Zeitpunkt.
00:21:08: Vielleicht muss man das aber auch mit Blick auf den heutigen Tag mal überlegen, was denn eigentlich die jetzige Entwicklung bringen.
00:21:14: Vielleicht haben wir da wieder so ein Technologiesprung wie vielleicht vor knapp hundert Jahren, wenn wir jetzt mal über das ganze Thema KI nachdenken und wie das vielleicht unsere Arbeitsumwelt oder auch unsere Realität auf Dauer verändern wird, dass wir diesen Technologie Sprung gerade auch wieder erleben?
00:21:27: Und ich kann es mal so sagen, auch nicht nur beobachten, sondern auch aktiv mitgestalten müssen.
00:21:33: Dass das Pferd in der Mitte der Gesellschaft bleibt und eben auch einen wichtigen Bezugspartner in der normalen Realität weiterhin bietet weil ich glaube dass das Pherd eine ganze Menge Qualitäten hat die Menschen in der persönlichen Entwicklung aber auch im sportlichen Kontext wirklich sinnvoll ergänzen Und das sind vielleicht Aspekte, die man bei all der Dynamik und all der Informationsfluss auch beachten muss.
00:21:58: Ja also ich glaube dass das mal so mit Rückblick und Perspektive auf was so das Thema Pferd angeht und wie es vielleicht historisch aber auch perspektivisch weitergehen kann.
00:22:08: Würde dir denn sagen, dass die ursprüngliche Rolle des Landgestüßes, wie sie damals vor zweieinhalb Jahren gedacht war sich demnach gar nicht geändert hat sondern immer noch die gleiche ist?
00:22:19: Jein!
00:22:19: Ganz entschieden.
00:22:20: Also ich glaube an vielen Punkten Torsten und Max mich gerne ergänzen ist natürlich die Kernaufgabe, was ich vorhin beschrieben habe, die gleiche geblieben dass wir sagen Wir sind natürlich nach wie vor eine Hengsthaltung, eine staatliche Hengthaltung aber sind natürlich auch ein Kulturgut.
00:22:38: also Das muss man eben auch sagen, wir sind ja nicht nur eine Hengsthaltung.
00:22:42: Wir sind kulturgut.
00:22:43: Wir pflegen die Reitkunst in Fahrsport.
00:22:46: Wir bieten unterschiedliche Veranstaltungen an
00:22:49: etc.,
00:22:50: so dass wir da glaube ich zu den Aufgaben, die wir originär ohnehin schon hatten auch eher über die Zeit und über die Jahre noch zulässige Aufgaben hinzugekommen sind
00:23:02: und bilden vielleicht den Kontakt für viele Leute, die sonst nicht in Reitstelle reinkommen oder zu Turnieren gehen.
00:23:11: Dann doch mal Gründe bieten aufs Gestüt zu gehen durch verschiedenste Veranstaltungen selbst Veranstaltung, die nichts mit dem Pferd zu tun haben wo wir dann aber trotzdem ein Schaubild mit Pferden zeigen damit viele Leute auch Zugang zum Thema Pferde bekommen.
00:23:29: Würdet ihr sagen, dass das für euch als Landgestüt auch eure Verantwortung ist?
00:23:33: Dass ihr Leuten den Zugang zum Pferd gewähren könnt.
00:23:37: Absolut!
00:23:38: Also ich glaube es ist Teil der Aufgabe.
00:23:40: Was mir aber auch wichtig ist vielleicht zu sagen, ist gar nicht so, dass wir in dieser Branche oder das Pferde an sich als Lebewesen mehr und mehr aus der Mitte der Gesellschaft... driftet, sondern ich habe eigentlich eine ganz andere Wahrnehmung.
00:23:53: Zum Beispiel bei unseren Familientagen oder Tag des offenen Gestütz die wir anbieten alljährlich.
00:23:59: Da darf ich wirklich sagen das ist die gestützanlage Lage wirklich prompt voll.
00:24:04: also da haben wir dann so entsprechende Schaubilder und Einlagen sind.
00:24:08: Da sind hunderte von Kindern und Familien die hier rund um den Paradeplatz sind, die Spaß daran haben diesen Bezug zum Pferd suchen und die Begeisterung fürs Pferde ist nach wie vor unverändert dar.
00:24:20: Ja, das haben wir ja auch erlebt hier in unserem Fährderlebnis-Tag den wir erst kürzlich im Mai hatten wo auch unser Gelände voll war mit jungen Familien und Kindern die sich einfach die Pferde angucken wollen.
00:24:29: Die Begeisterung ist immer noch da.
00:24:31: Und das sind total wichtige Termine und es ist auch eine Verantwortung die wir glaube ich alle gemeinsam wahrnehmen müssen dass das nämlich genauso ist, dass jeder der dahingehend sich beteiligen kann oder dann gute Arbeit fürs Pferd in der Gesellschaft machen kann Macht.
00:24:53: Im Laufe der Zeit hat sich ja nicht nur die Pferdezucht verändert, sondern auch die Ansprüche zum einen an die moderne Pferderhaltung haben sich ja auch enorm verändert und weiterentwickelt.
00:25:03: Du hast mir schon gesagt früher standen die Hängste in Ständerhaltungen es wurde viel weniger Platz benötigt.
00:25:08: heute haben sie große Boxen und täglich freien Auslauf.
00:25:12: Wie habt ihr's denn gemacht dass in den vergangenen Jahren oder Jahrzehnten die historischen Gebäude und das ganze Gelände an diese Bedürfnisse angepasst wurden?
00:25:21: Auch durch viele Umbaumaßnahmen, also die Anzahl der Pferde.
00:25:25: als ich anfing am Gestüt hatten wir noch Ständerhaltung.
00:25:28: Da standen Warnblüter.
00:25:30: Als ich es erst mal da war, stand sogar Polidoren im Ständer.
00:25:33: Man mag sich heute gar nicht vorstellen so ein Edler-Hengst.
00:25:37: Wurden baulich angepasst aus zwei Ständern wurden Boxen.
00:25:40: das ging natürlich nur mit der Reduzierung des Pferdbestandes.
00:25:45: Inzwischen haben wir auch wesentlich weniger Mitarbeiter als vor vierzig Jahren.
00:25:50: aufgrund Auch der Einführung der Besamungen brauchen wir nicht mehr für sich Deckstellen im ganzen Land, sondern haben noch Serviceregionen.
00:25:58: Wo natürlich die Stuten mit Fischsamen bedient werden und baulich.
00:26:04: natürlich wurde da viel umgebaut.
00:26:06: Viel Gelände wurde zu Paddocks umgebaut was vorher frei war.
00:26:11: oder mit den historischen Gebäuden ist es natürlich nicht ganz einfach Weil wir können da jetzt nicht sagen, der Stall gefällt uns nicht mehr.
00:26:17: Den Reißen wir ab oder bauen einen neuen.
00:26:19: Da muss man sich natürlich den Gegebenheiten immer anpassen und das Reste draus machen.
00:26:24: Das hat aber alles gut funktioniert und wurde dann auch so an die Pferdehaltung angepasst?
00:26:28: Ja also was den Pferdewohl angeht sieht es heute so aus wie gesagt jedes Jahr eine Box, jedes Pferdd geht mindestens zwei Stunden am Tag auf dem Paddock.
00:26:37: Jedes Pferdt wird geritten gefahren oder kommt in die Bewegemaschine.
00:26:41: Das hats sich schon ziemlich geändert.
00:26:44: Wenn ihr jetzt nochmal die zweihundert Jahre in euren Gedanken Revue passieren lässt, gab es denn mal Zeiten, in denen vielleicht die Zukunft des Landgestütz ungewiss war?
00:26:51: Wo man nicht wusste geht das noch so weiter mit der Pferdezucht und der Pherderhaltung in Warndorf.
00:26:57: Ich glaube diese Grundsatzfrage ist so alt wie die Landgestüte selbst.
00:27:01: Es gibt also durchaus auch Berichte oder dass selbst damals zu Zeiten des Hauptgestütztrakenen da die Grundsatsfrage immer wieder gestellt wurde Auch man das, müssen wir das so ummachen.
00:27:14: Geht das nicht irgendwie anders?
00:27:17: Das gehört glaube ich ein Stück weit dazu und ob es uns gibt oder eben nicht ist letztendlich auch immer eine politische Frage oder eine politischen Entscheidung.
00:27:25: Das ist sicher etwas was muss man erst mal als Gesetzesgegeben hinnehmen aber uns gibts jetzt nun schon seit zweihundert Jahren.
00:27:33: natürlich sind wir in all diesen Jahren oder Jahrhunderten jetzt ja immer mit der Zeit gehen müssen.
00:27:42: Wer nicht mit der Zeit geht, er geht mit derzeit.
00:27:45: Und auch wir müssen uns natürlich diesen Herausforderungen und diesen Ansprüchen auch stellen.
00:27:49: das tun wir.
00:27:50: Das tun wir glaube ich auch in sehr guten Maße.
00:27:54: Natürlich müssen wir aber auch die Zukunft im Visier behalten und schauen in welche Richtung es geht sein.
00:27:59: Wir müssen als Betrieb weiterentwickeln was ist das Westerbedarf für die Zukunft?
00:28:04: Und das ist ein dauerhafter und immerwährender Prozess.
00:28:08: also ich glaube somit Blick in Richtung der Vergangenheit sind das immer mal wieder Phasen gewesen.
00:28:13: Im Übrigen ja nicht nur wir als Standort, als Landgestüt Warndorf sondern auch alle Institutionen die diese Aufgabe nachkommen.
00:28:23: aber wir sind natürlich eben weit mehr als vielleicht nur eine klassische Hengsthaltung sondern eben was ich vorhin sagte Kulturgut.
00:28:30: Weiter- und Fortbildungsinstitutionen sind wichtig für den ländlichen Raum, sind identitätsstiftend für die Region was ihre Warndorf ohne das Land gestülpt usw.
00:28:39: Also das glaube ich muss man schon sagen wir ziehen auch übers Jahr unglaublich also Zehntausende an Touristen und Besuchern an Und die bleiben natürlich alle in Warndorff und Umgebung.
00:28:50: Die buchen da ein Hotelzimmer, die gehen abends etwas essen und wenn sie nach Hause fahren dann Auch die brauchen ja eine Tankstelle beispielsweise.
00:29:01: Und so ist das eigentlich für die komplette Region, indem auch die Stadt Warndorf nicht zu unterschätzen was wir da leisten.
00:29:06: und somit sind wir eben auch heute noch ne Wirtschaftsförderung, eine Wirtschaftsführerungsmaßnahme vielleicht in gewisser Weise unter institutionellem Namen versteckt aber immer noch als solche zu verstehen.
00:29:18: Du arbeitest ja jetzt schon viele Jahre im Landgestüt und hast, wie du schon berichtet hast so einige Wandel dort mitbekommen.
00:29:23: Wie hat sich denn der Alltag über die Jahrzehnte verändert?
00:29:30: Die Arbeit im Gestüt gab es den Gestütwerter quasi mit seinen Hängsten Meistens mehrere auf Stationen gegen vielleicht noch einen jungen Mann mitgenommen hat.
00:29:43: Also ich war zu Beginn meiner Arbeitszeit dann immer der junge Mann, der mitdurfte auf den Stationen die Hengste ausgebildet hat seine eigenen Hengsten auf den Veranstaltungs-Hengsparaden vorgeritten hat.
00:29:54: das hat sich alles in der heutigen Zeit ein bisschen spezialisiert.
00:29:58: wir gehen nicht mehr auf station man nimmt also auch keine hengste mehr mit.
00:30:01: Die Hengse bleiben größtenteils im Land gestüt.
00:30:04: Ein paar gehen immer noch raus zum Stuten abprobieren oder Natursprung anbieten.
00:30:09: Es hat sich spezialisiert, also wir haben heutzutage angestellte Bereiter und wir haben gestütwerte die viel spezieller... In dem Bereich Zucht unterwegs sind, als vielleicht früher die Stutenbesamen im ganzen Land.
00:30:24: Also jeder der Gestütwärter kann die Stutten besamen, die heutzutage ein Handy mit sich führen oder mit einem Computer umgehen müssen war ja früher undenkbar.
00:30:33: von daher hat sich das Berufsbild schon ein wenig geändert weil die verschiedenen Spaten doch spezieller geworden sind.
00:30:40: Würdest du sagen dass es die Arbeit vereinfacht hat?
00:30:43: Oder gibt es auch viele Dinge die vielleicht früher besser waren?
00:30:47: Besser will ich nicht sagen und alles hat seine Herausforderungen.
00:30:52: Natürlich müssen die Hanks heute im Sport vorgestellt werden, das kann man nicht damit abbilden wenn man gleichzeitig quasi auf Station sein muss oder Kunden Akquise machen muss.
00:31:03: Das ist schon speziell.
00:31:04: von daher führt es dann ein bisschen in verschiedene Richtungen die Aufgaben.
00:31:08: Gibt es denn aus deiner langen Arbeitszeit am Landgestüt Momente an die du dich besonders gerne zurück erinnerst?
00:31:14: Vielleicht hast du sogar ein schönes Erlebnis aus deiler Zeit.
00:31:18: Auch da gibt's einige, ob es vielleicht das Reiten von bekannten Hengsten in Hengsleistungsprüfungen ist – ich habe mit Laurentianer und Jess Rubin die Prüfung gewinnen können!
00:31:32: oder tolle Auftritte in Aachen, in London sind wir gewesen.
00:31:35: In Stuttgart, in Calgary.
00:31:37: also das sind schon Erlebnisse an die denkt man natürlich lange zurück.
00:31:41: Das vergisst man wahrscheinlich so schnell nicht wenn man mal in Aachen im Stadion geritten
00:31:44: ist.
00:31:44: Genau!
00:31:47: Das Landgestüt wird ja geprägt in verschiedenen Generationen auch von den Menschen und den Persönlichkeiten die dort gewirkt und gearbeitet haben.
00:31:55: Welche haben denn über die letzten Jahrzehnte das Gestüt besonders geprägt aus eurer Sicht?
00:32:02: Felix und Thorsten hatten so viel über die Geschichte des Landgestyts und ihre ganz persönlichen Erfahrungen an diesem besonderen Ort zu erzählen, dass wir ausnahmsweise diese Folge einmal in zwei Teile geteilt haben.
00:32:13: Seid also gespannt auf den zweiten Teil der Geschichte aus zweihundert Jahren Nordrhein-Westfälischem Landgestüt!
00:32:18: Freut euch hier auf die Berichte von Felix & Thorsten welche Menschen und Pferde das Landgestütt ganz besonders geprägt haben?
00:32:25: Auf welche ihrer Hängste die beiden besonders stolz sind welche ganz persönlichen Erinnerungen und Momente die beiden hier mit dem Landgestüt verbindet, aber auch vor welchen Herausforderungen die Pferdezucht in der Zukunft ihrer Meinung nach steht.
00:32:38: Aber natürlich soll es auch darum gehen, welche weiteren besonderen Veranstaltungen in diesem Jahr noch am Nordrhein-Westfälischen Landgestüd anstehen!
00:32:45: In zwei Wochen geht's dann weiter.
00:32:47: also freut euch auf Teil II unserer neunundsechzigsten Folge hier des Westfalen Pferdepodcasts, der dann am fünften Juli zur gewohnten Zeit erscheinen
00:32:58: wird Der Podcast rund um die westfälische Pferdezucht.
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